Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Fotos: Plank Stefan

Brunner Andreas

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Junge Alpinisten

Einmal pro Jahr trafen wir uns, die Teilnehmer des Projektes „Junge Alpinisten“ vom Alpenverein Südtirol, welche zusammen in Südafrika zum Klettern waren, um zusammen etwas zu unternehmen. Dieses Mal fiel die Wahl auf die Brentagruppe. Und der Plan war klar: 2 Tage Alpinklettern.

Hüttenzustieg - Rifugio Silvio Agostini

Mit dem Auto gelangten wir bis zum Ristorante Dolomiti di Brenta. Ab hier gibt es eigentlich 3 Möglichkeiten: Für die hartgesottenen zu Fuß in ca. 4h und 1500 Hm bis zum Rifugio Silvio Agostini, oder deutlich angenehmer, vor allem später dann im Abstieg mit dem E-Bike über die Forststraße durch das Val D´Ambiez, beziehungsweise als dritte Variante nochmal angenehmer, dafür etwas teurer mit dem Bergtaxi (ca. 40€) bis zum Rifugio al Cacciatore und von dort in 1 Stunde hinauf bis zum Rifugio Silvio Agostini.

Cima d´Ambiez - Via Concordia (VI+)

Wir waren extra bereits am Freitag angereist, damit wir zwei volle Tage zum Klettern hatten. Am ersten Tag stand der Klassiker: „Via Concordia“ an der Cima d´Ambiez auf dem Programm. Der Zustieg von der Hütte ist nicht mehr weit. Nach etwa einer halben Stunde stehen wir am Einstieg auf einem markanten Band, welches den gesamten Wandfuß einmal quert und können loslegen. Die erste Seillänge ist noch nicht der Rede wert, aber die zweite und dritte Länge, die mit einem schrägen Riss und einem schönen Quergang gemeistert werden wollen, schaffen es direkt uns zu begeistern.

Über Risssysteme geht es danach über mehrere Seillängen in sehr schöner Kletterei immer höher. In der 7. Seillänge folgt die Schlüsselstelle der Route. Vom Stand zunächst nach rechts queren und dann nach schräg rechts hinauf. Die Stelle ist auch technisch möglich und frei geklettert mit VI+ angegeben.

In der nächsten Seillänge ist eine kurze Stelle wo ordentlich zugepackt werden muss. Die Seillänge 9 hat nochmal einzigartige Felsformationen zu bieten. Diese erinnern in ihren Formen fast an Korsika. Danach ist man auch schon an der Ausstiegslänge angelangt.

Eine klasse Route, die sich im bestem Fels an der Südwand der Cima d´Ambiez befindet. Der Abstieg verläuft über den Normalweg im II-IIIer Gelände. An einigen Stellen kann auch abgeseilt werden. Sonst einfach den zahlreichen Steinmännern folgen.

Angolo delle Streghe - Specchio Magico (VII)

Zurück in der Hütte freuen wir uns wieder auf das leckere Abendessen und planen die Routen für den nächsten Tag. Stefan und ich entscheiden uns für die Route „Specchio Magico“ am Angolo delle Streghe. Die Route verläuft steil über gelben Fels im VII. Grad und ist in den Schlüssellängen sehr gut abgesichert. Den Zustieg zur Route hat man in etwa 45 min. hinter sich gebracht.

Über den Klettersteig „Ferrata Brentari“ gelangt man auf ein Band. Hier muss der Klettersteig nach links verlassen werden um über besagtes Band zum Einstieg zu kommen. Die ersten beiden Seillängen (V+ und VI) verlaufen leicht schräg links nach oben. Es sind einige Nägel vorhanden, viel ist auch selbst abzusichern hier in den weniger schwierigen Längen.

Es folgt die Schlüssellänge: Zunächst schräg unter dem markanten Dach entlang bis es einen Weg über das Dach hinweg nach rechts querend gibt. Eine super Seillänge mit sehr schönen Kletterstellen. Achtung auf die Seilreibung! Es stecken viele Haken und die Länge ist gut abgesichert (VII).

Über 2 weitere Seillängen (V+ und VI) erreicht man auch schon den Ausstieg dieser kurzen aber fordernden Route. Im Abstieg (beim Ausstieg der Route nach rechts queren) ist nochmal etwas Vorsicht aufgrund des vielen losen Gesteins geboten. Über mehrere eingerichtet Abseilstellen geht es wieder zurück bis zum Band am Klettersteig.

Zurück an der Hütte treffen wir uns alle wieder und treten den Rückweg zum Rifugio al Cacciatore an, wo auch schon unser Taxi für den Rücktransport zu unseren Autos beim Ristorante Dolomiti di Brenta wartet.

Viel zu kurz, in Anbetracht der Möglichkeiten, die es in der Brenta zum Alpinklettern gibt war unser Aufenthalt. Aber eines ist sicher: Nicht zum letzten Mal werden wir in diesem Mekka an schönen und anspruchsvollen Alpinkletterrouten in feinstem Dolomit zum Klettern gekommen sein.