Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Trekking in den

DOLOMITEN

Fotos: Brunner Andreas

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Mit Zelt und Klettersteigset durch die Dolomiten

Dolomiten Höhenwege gibt es 9 an der Zahl. Unbekannt sind sie lange schon nicht mehr und beliebt sowieso. Diese 9 Dolomiten Höhenwege durchstreifen die Dolomiten in allen möglichen Varianten. Im Juli und August ist Hochsaison, dementsprechend gut besucht sind die Wege in dieser Zeit. Wir wollten aber etwas Ruhe und Einsamkeit in den bleichen Bergen finden und die Romantik der wilden Zacken ganz für uns allein haben und trotzdem die Hotspots Civetta, Monte Pelmo, Croda de Lago und Tofana nicht missen. So ist uns das gelungen:

Der Dolomiten Höhenweg 1.5

Wie bekomme ich das Maximum aus einer Woche in den Dolomiten ohne lange Verbindungsstücke? Die  grobe Auswahl einer Region war der erste Planungsschritt. Als zweites habe ich eine möglichst interessante Route in dieser Gegend gesucht: Klettersteige, Gipfel und spektakuläre Aussichten sowie der eine und andere Bergsee sollten dabei sein. Noch schnell in machbare Tagesetappen eingeteilt und tadaa: Fertig war unser persönlicher Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Komma 5.

Die Route

Überschreitung der Mojazza sowie der Civetta, die Umrundung des Monte Pelmo, vorbei am Croda de Lago und die Überschreitung der Tofana di Mezzo sowie Tofana di Dentro. So der Plan. Aber das Wetter muss mitspielen. Gleich am ersten Tag: Regen. Mojazza wieder gestrichen, gestartet wird trotzdem. Über eine alternative Route gelangen wir zum Bivacco Grisetti und von dort wieder auf die geplante Route über den Tissi Klettersteig zum Rifugio Torrani unterhalb des Gipfels der Civetta. Durch den Mix aus Schlafplätzen in Biwaks, auf bewirteten Hütten sowie im Zelt ist der Rucksack richtig schwer. Dafür begegnen wir kaum anderen Bergsteigern auf unserem Weg. Die Prognosen für das Wetter der restlichen Woche sind perfekt. So haben wir uns das vorgestellt.

Die schönsten Schlafplätze der Dolomiten

Wir gingen wie weit wir Lust hatten, stellten unser Zelt auf wo es uns gefiel, oder checkten in einer der zahlreichen Hütten entlang unseres Weges ein, wenn wir dem Ruf nach einem ordentlichen Bett folgen wollten. Nachdem wir die Ferrata degli Alleghesi über die Civetta hinter uns gebracht hatten kehrten wir im Rifugio Coldai ein. Die Hütte gerammelt voll mit Italienern, die ihrem Ruf mehr als gerecht wurden. Gefühlt 150 Dezibel konnte man in der Stube messen. Gerade Recht kam die Nacht im Zelt am einsamen Lago Coldai am Fuße der Civetta Nordwand. Ein weiteres Highlight auf das ich mich die ganze Woche über freute war die Übernachtung an der Tofana in unserer persönlichen „Dolomitenlodge“: Dem Bivacco Baracca degli Alpini. Über den Fermenton Klettersteig gelangt man zu diesem liebevoll in den Fels gebautem Biwak, mit der Optik einer gemütlichen Almhütte aus Holz. Wäre da nicht der Abgrund direkt vor der Tür.

Des Glückes eigener Schmied

Am Ende bekamen wir exakt das wonach wir suchten. Eine Traumhafte Woche in den Dolomiten komplett ohne den üblichen Rummel. Die Schultern schmerzten vom schweren Rucksack und auch die Wadl waren ordentlich bedient und der Kopf war voller schöner Erinnerungen. So hatten wir uns das vorgestellt.