Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Skitouren in

NORWEGEN

Fotos: Brunner Andreas

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Skitourenreise ins Land der Polarlichter: 

die Lyngenalpen im hohen Norden

Mit Skischuhen am Strand stehen. Abschwingen direkt am Meer. Sowas geht nur ganz weit im Norden. Wie weit nördlich die Lyngen Alpen in Norwegen eigentlich wirklich liegen wird einem erst beim genaueren Blick auf die Karte bewusst. Sobald man nämlich dem 69en Breitengrat entlang Richtung Westen folgt stellt man fest dass das Zentrum Grönlands sowie die nördlichsten Zipfel Alaskas auf gleicher Höhe liegen. Dass hier ab März Skitouren möglich sind ist also nur der Nähe zum Meer und damit dem Golfstrom zu verdanken. Ebenso wie die faszinierende und wunderbare Landschaft im Norden Norwegens.

Anflug auf Tromso

Bereits beim Anflug klebt die Nase an der Scheibe des Flugzeugs. Wie aus dem Bilderbuch erheben sich weiße Berge aus dem Meer und ergeben das Bild einer wild zerklüfteten Landschaft. Der ungewohnte Anblick hat etwas Magisches. Kaum erwarten können wir es, die ersten Schwünge in diesen atemberaubenden Hängen zu ziehen. In 2 Stunden geht es auf schneebedeckten Straßen mit Spikebestückten Reifen an unseren Autos vom Flughafen in Tromso nach Kvalvik, südlich von Lyngseidet. Hier beziehen wir ein gemütliches Haus, gebaut im Wikingerstil. Sofort fühlen wir uns wohl in Norwegen.

Erstmal einen Überblick verschaffen

Die erste Tour sollte direkt am Nordzipfel der Halbinsel auf den Ruossovarri führen. Der Winter hatte es in diesem Jahr nicht gut gemeint mit den Skitourengehern in Lyngen. Die Berge waren zwar weiß doch gab es kaum eine vernünftige Unterlage. Dort wo Wind im Spiel war, waren die Hänge gar komplett abgeblasen. Das war am Nordzipfel leider der Fall. Wir konnten weiter südlich auf den Stetinden ausweichen wo es tatsächlich gute Bedingungen und sogar eine kleine Pulverauflage gab.

Super Bedingungen: man musste diese aber erstmal finden

Unsere Taktik für die nächsten Tage war es Hänge in möglichst Windgeschützen Hängausrichtungen zu suchen, was gar nicht einfach war. Es gelang uns aber bestens mit der Tour auf den Store Kjostinden. Die schönste Tour der Woche und ein kleiner Vorgeschmack auf den viel gerühmten Pulverschnee in Lyngen. Weniger Glück hatten wir bei der Jiehkevarri Traverse und auch von der Tour auf den Daltinden können wir nicht von guten Schneebedingungen schwärmen. Was uns aber allen in Erinnerung bleiben wird sind die extrem kalten Temperaturen gepaart mit eisigem arktischen Wind. Hier spürten wir dann doch wieder dass wir uns 350 km nördlich des Polarkreises befanden.

Die warmen Glieder aufwärmen: in der Hauseigenen Sauna

Nach der Skitour in die warme Sauna, so stellten wir uns das für unsere Reise nach Norwegen vor. Es gab allerdings einige Haken. Das eine war es die Sauna zu finden. Die Beschreibung des Vermieters: „There is a small black House in the little forest across the street“. Bis wir die Sauna gefunden hatten war es bereits spät. Außerdem musste die Sauna selbst eingeheizt werden. Ein Holzofen sowie Holz stand bereit. Tags darauf begaben Armin und ich uns frühzeitig zur Sauna um Feuer zu machen. 2 Stunden später saßen wir dann alle im inneren der Sauna, in unsere Jacken gehüllt. Nach und nach wurde es dann endlich wärmer bis wir endlich die für finnische Saunas üblichen Temperaturen erreichten. Romantik pur, aber mit einigem Aufwand verbunden. Dafür wird uns dieses Erlebnis aber in Erinnerung bleiben.