Alpinklettern Dolomiten im Herbst

Sass Ciampac und Großer Falzarego

Herbst am Grödner Joch

Es ist Mitte Oktober und normalerweise zu kalt um auf über 2000 Meter noch zu klettern. Aber ein stabiles Hochdruckgebiet und eine Inversionswetterlage bei der es im Tal kühler als oben in der Höhe ist machen es möglich im T-Shirt in der Sonne zu klettern.

Alpinklettern in den Dolomiten - Im Hintergrund das Mittagstal - Sella


Adang Führe - Sass Ciampac (V-)


Am Ersten Tag entscheiden wir uns für die Adang Führe auf den Sass Ciampac. Ein absoluter Klassiker an dieser südseitig ausgerichteten Wand. Die Route ist ein absoluter Genuss und verläuft über besten Fels entlang von schwarzen Platten an einem der Pfeiler dieser breiten Wand. Insgesamt sind 450 Klettermeter zu absolvieren. Meist Im Schwierigkeitsgrad IV. Die Schlüssellänge kommt als vorletzte der 12 Seillängen und ist mit V- bewertet. Aber keinesfalls zu unterschätzen. Die Route wurde bereits 1903 von Josef Adang Erstbegangen und die Bewertung ist dementsprechend knackig.

Nach der Schlüssellänge in der Adang Führe - Sass Ciampac

Topo: Sass Ciampac - Via Adang (V-)

Quelle: Klettern in Gröden und Umgebung - Band 1 (Mauro Bernardi)


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Sas Ciampac
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Dibona Führe - Großer Falzaregoturm (V+)


Für den Sonntag wählten wir die Dibona auf den großen Falzaregoturm. Ebenfalls einer der absoluten Klassiker in den Dolomiten. Der angenehme Zustieg durch den wunderschön gefärbten Lärchenwald und später über Latschen lässt diesen Tag bereits so beginnen wie er weitergehen wird: absolut zum genießen. An Tagen wie diesen sind in dieser Route viele Seilschaften zu erwarten. Wir waren um 8 Uhr die ersten am Einstieg. Hinter uns sollten dann nach und nach noch weitere sieben Seilschaften in die Route einsteigen. Zum Glück sind die Italiener generell etwas später dran und wir konnten den Stau von oben bewundern. Die von den Dibona Brüdern 1934 Erstbegangene Südostwand bietet Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad V+. Eine beachtliche Leistung für diese Zeit. Anfangs sind die Seillängen noch ziemlich Grasig, werden aber nach oben hin immer schöner. Als Finale wird in der 9. Seillänge noch ein freistehender gelber Turm erklettert und direkt vom letzten Stand weg klettert man in die kurze Schlüsselstelle (V+).

Am Ausstieg der Dibona Führe am Großen Falzaregoturm

Dass das Alpinklettern in den Dolomiten in diesen Tagen am schönsten ist hat zwei Gründe: Zum einen sind nicht mehr so viele Menschenmassen unterwegs und auch auf den Passstraßen geht es ohne die vielen Touristen viel ruhiger zu. Zum anderen bietet die Natur wunderschöne Farbspiele und das Klettern wird bei diesen stabilen Wetterlagen und der klaren Luft zum Traum. Die Weitsicht von den Gipfeln am Ende der Routen ist schlichtweg Atemberaubend. Allerdings sollten nur mehr Südwände geklettert werden. Im Schatten ist es zu dieser Jahreseit zu kalt um das Klettern noch genießen zu können.


Topo: Großer Falzaregoturm - Dibona Führe (V+)

Quelle: Klettern in Cortina d´Ampezzo und Umgebung


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Tags: Alpinklettern, Italien, Südtirol, Dolomiten, Herbst, Grödner Joch, Sass Ciampac, Adang, Falzaregopass, Falzaregoturm, Dibona

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