Hohe Gaisl - Innerkofler (IV-)

Aktualisiert: Juni 14


Die Hohe Gaisl in den Pragser Dolomiten gilt als eine der anspruchsvolleren Dolomiten 3000er. Auch die Besteigungszahlen halten sich in Grenzen weil dieser Berg nach wie vor frei von Eisenstiften und Drahtseilen geblieben ist – zum Glück. Hier kann man noch in einem ursprünglichen alpinen Ambiente und ziemlich wahrscheinlich alleine den Spuren der Erstbegeher folgen. In unserem Fall jenen von Sepp Innerkofler.

Wir parkten unser Auto auf der Plätzwiese und folgten zunächst dem Steig Nr. 3 vorbei an der Stollaalm und bald danach links abbiegend in Richtung Hohe Gaisl. Wir haben die Steigspuren nicht ganz getroffen und sind etwas zu weit rechts querfeldein über Wiesen höher gestiegen. Dass hier höchst selten Menschen unterwegs sein dürften bemerkten wir an den unzähligen Kriegsrelikten: ganze Bombensplitter und „Fluttern“ fanden wir im Gelände herumliegend.


Bald enden die Wiesen und wir gehen in das von Felswänden eingeschlossene breite Tal „Cadin de Croda Rossa“ über große Steinblöcke in Südwestliche Richtung auf die Hohe Gaisl zu. Ganz links treffen wir wieder auf Pfadspuren und folgen diesen Taleinwärts bis wir auf Schneefelder treffen. Hier führt eine Schneerinne in der Mitte des Massivs gerade vor uns zum Einstieg welcher sich an der linken Seite des Schneefeldes befindet.




Nun geht es in kurzweiliger Kletterei und Wegsucherei immer dem einfachsten Wandverlauf folgend höher und höher. Die Schwierigkeit übersteigt nie den IV. Grad, der Fels ist aber größtenteils etwas brüchig. Alte verblasste Markierungen deuten uns immer wieder an, dass wir auf der richtigen Route sind.





Kurz vor dem Gipfel, wenn es horizontal die letzten Meter Richtung Gipfel geht machen wir nochmal ordentlich alpine Beute: Hier wurden 5 Express und einige Bandschlingen hinten gelassen. Am Gipfel genießen wir die Aussicht und die Ruhe bei dieser einsamen und sehr empfehlenswerten aber durchaus anspruchsvollen Bergtour. Beim Blick hinunter in das „Cadin de Croda Rossa“ stellen wir fest, dass unter den riesigen Geröllmassen noch Gletscherreste sein müssen - aufgrund der markanten Fließform des Gerölls die man erst vom Gipfel aus erkennen kann.



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