Kleine Zinne- Innerkofler (IV+)



Abseits des Normalwegs gibt es mit der Innerkofler Führe eine weitere Route auf die kleine Zinne, die mit maximalen Schwierigkeiten von IV+ in nicht allzu schwerer Kletterei auf den Gipfel führt. Die Route startet direkt beim Einstieg der "gelben Kante", eine weitere sehr lohnende und beliebte Route an der kleinen Zinne, für jene die gerne etwas anspruchsvoller klettern.



Hat man erstmal die 30,- € Maut (Stand 2020 -> Tendenz steigend) bezahlt um überhaupt bis zur Auronzohütte zu gelangen, ist der Zustieg nicht mehr weit. Am Einstieg besagter "gelben Kante", startet etwas unterhalb ein kleines Band, das gequert wird. Zunächst noch seilfrei ohne Probleme möglich, wird es nach einigen Metern ganz schön ausgesetzt und wir binden uns gerne in das Kabel ein. Somit verläuft die erste Seillänge quer (III), es stecken einige Haken und man erkennt den vertikalen Start der Route ganz einfach sobald man Bohrhaken erreicht und hier den ersten Standplatz bezieht.



Es folgt gleich die Schlüssellänge der Route. Gut griffig aber steil führt die Länge vom Band weg gerade hinauf und etwas links über einen kleinen Bauch in eine Rinne. Nach etwas mehr als 25 Metern erreicht man den Standplatz. Hier sieht man ober sich bereits eine längere kaminartige Rinne in welche man jetzt klettert. Der erste Standplatz in der Rinne ist noch minimal ungemütlich, das wird aber im etwas einfacheren Gelände oben raus besser.



Nach einer weiteren 30 Meter Seillänge folgt eine lange Länge mit 50 Metern. Hier ist es meist einfaches Gelände mit kurzen Passagen im IV. Grad wo man sich dazwischen immer wieder etwas festhalten und kurz klettern kann. Über 2 weitere Längen, beide jeweils 50 Meter, geht es in klettertechnisch einfachem aber etwas brüchigerem Gelände mit viel losem Geröll hinauf bis zur „Forcella di Frida“ (II). Einem Sattel zwischen der Punta Frida und der kleinen Zinne.



Jetzt wechselt die Route auf die nördliche Seite der Zinne. Die Kletterei wird wieder steiler und es folgen nochmal einige sehr schöne Seillängen bis zum Gipfel. Genauer gesagt 5 Seillängen in super Fels und oft entlang von Rissen folgt die Route einer sehr logischen Linie. Vor allem die vorletzte Seillänge, die im Topo mit 45 Metern angegeben ist und etwas hin und her verläuft kann man auch gut auf 2 Seillängen aufteilen, falls die Seilreibung zu groß wird. Expressen geschickt verlängert, kommt man auch ohne weiteres bis zum Standplatz am oberen Ende jenes Kamins, den man in den Seillängen 10, 11 und 12 mehr oder weniger folgt. Mal rechts davon, mal links davon und mal im Kamin selbst kletternd.





In der letzten Seillänge geht es noch kurz beim Kamin oben raus und über den Grat zum Gipfel. Der Abstieg verläuft über die Abseilpiste des Normalweges. Diese ist sehr gut eingerichtet. Nach etwa 7 x abseilen hinunter in die Rinne zwischen großer und kleiner Zinne, erreicht man ein breiteres Band, welches man in inzwischen deutlichen Pfadspuren Richtung Süden folgt. Hier wurden neue Abseilringe angebracht, wo man vom Steilschlag der großen Zinne sicher ist.




Schöner, klassischer und lohnender Anstieg auf die kleine Zinne, mit einer angenehmen Südwand zum Auftakt und einem Hauch von Zinnen Nordwandfeeling oben raus.



Topo: Kleine Zinne - Innerkofler (IV+)


Quelle: Klettern in Cortina d´Ampezzo und Umgebung (Mauro Bernardi)


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Kleine Zinne - Innerkofler (IV+)
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