Klettern in Südafrika

Hier beschreibe ich einige Klettergebiete die man bei einer Südafrikareise unbedingt besuchen sollte. Egal ob Sportklettern, Mehrseillängen, Bouldern oder Alpinklettern. Es gibt für jeden Geschmack besten Fels und schönste Routen.

Im Rahmen des Projektes „Junge Alpinisten“ des Südtiroler Alpenvereins waren wir für 3 Wochen in Südafrika unterwegs. Im Zuge dieser Kletterreise haben wir neben vielen abwechslungsreichen Kletterhotspots auch das Land, die Leute und die atemberaubende Tierwelt erleben dürfen. Hier soll es aber vor allem um die Kletterhotspots gehen.


Den kompletten Bericht über unsere Erlebnisse auf dieser Reise findest du unter diesem Link.


Waterval Boven

Sportklettern


Unser erster Halt, nachdem wir in Johannesburg gelandet sind, war Waterval Boven. Ein reines Sportklettergebiet. Zudem ist es wohl das bekannteste Sportklettergebiet Südafrikas und liegt knapp 2.5 Autostunden von Johannesburg entfernt. Wie der Name vermuten lässt klettert man hier mit der Kulisse eines Wasserfalls, der aus den Kletterfotos, die hier entstehen, etwas ganz besonderes werden lässt. Der Wasserfall stürzt direkt vom gleichnamigen Örtchen Waterval Boven, das rund 500 Einwohner zählt, in eine Schlucht, an deren Ränder sich mehrere hundert Routen (600 waren es 2006) in feinstem, rötlichen südafrikanischen Quarzit (ein granitartiger extrem harter Sandstein) befinden.




Die Routen mit ihren eckigen Griffen und Tritten sind etwas vom feinsten das man weltweit finden wird. Und die Zustiegszeit ist für fast alle Sektoren mit unter 30 Minuten absolut „Sportkletterurlaubtauglich“ und der wohl schönste Sektor durch den namensgebenden Wasserfall ist „Last Crag oft he century“. Aber auch Sektoren wie „Super Bowl“ und „Hallucinogen Wall“ sowie „The Restaurant“ sind absolute Perlen.



Abgesichert sind die Routen eigentlich so gut wie alle wirklich exzellent. Auch einige klassische Trad Routen lassen sich mit Friends und Keilen in den bombenfesten Rissen super absichern.


Untergebracht waren wir in einem kleinen Häuschen der Tranquilitas Farm. Von hier ist es zwar täglich eine (sehr) kurze Autofahrt zu den Klettergebieten, dafür ist man in einer wunderschönen und ruhigen Gegend abseits und oberhalb des Dorfes.



Harrismith

Mount Everest Farm –Sportklettern und Alpinklettern



Der zweite Kletterspot auf unserer Reise quer durch das Land, war das relativ zentral im Landesinneren liegende Harrismith. Von den Felsen über den Highveld Planes hat man einen Atemberaubenden Ausblick über die weiten dieser südafrikanischen Hochfläche.



Es gibt ungefähr 150 gebohrte Sportkletterrouten, an die 20 Trad Routen für abenteuerlustige Kletterer und dutzende gespittene Mehrseillängenrouten mit 2-6 Seillängen.



Hier sollte man definitiv einen Stop einlegen, wenn man Südafrika zum Klettern besucht. Untergebracht waren wir in der Mount Everest Game Farm. Hier gibt es einen Campingplatz wo wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten.



Der Fels ist jünger als in Waterval Boven und ehern weicher, weshalb man mit Friends und Keilen etwas vorsichtig sein sollte. Die Formationen auf denen geklettert wird sind dafür umso abwechslungsreicher und einzigartiger.



Erwähnenswert ist sicherlich auch, dass man bei den Zu- und Abstiegen immer wieder auf Strauße, Zebras und viele andere südafrikanische (ungefährliche) Tiere trifft.


Cedarberge

Wolfsberg Cracks – Sportklettern und Alpinklettern



Die Cederberg Mountains sind ein touristisch kaum erschlossenes Gebiet, mit beeindruckenden Felsformationen die am ehesten an Landschaften im Südwesten der USA erinnern. Das Truitjies Tal ist sogar UNESCO Welterbe. Neben großartigen Möglichkeiten zum Sportklettern an den skurrilen Felsformationen finden sich auch wunderschöne Tradrouten zum Beispiel an den Wolfsberg Cracks sowie zahlreiche Boulderblöcke.



Auch kulturell hat das Gebiet einiges zu Bieten. Zum Beispiel die bis zu 5000 Jahre alten Felsmalereien Indigener Völker. Auch leben zahlreiche interessante Tierarten in dieser wunderbaren Gegend: Wüstenluchse, Honigdachse, Stachelschweine, Erdwölfe oder Geparden.



Das Gebiet liegt rund 3 Autostunden von Kapstadt entfernt. Für den Zugang braucht es ein Permit, das man an der Rezeption des Kromriviers Cederberg Parks, im Oasis oder auf der Nuwerust Farm erhält.



Wir waren in einem kleinen Häuschen auf der Weinfarm „Sandrif Holiday Resort“ untergebracht. Da man sich ja auf einer Weinfarm befindet, der südafrikanische Wein weltbekannt ist und man irgendwann eh einen Kletterpausentag braucht, ist es nur naheliegend, dass man sich eine Weinverkostung der Hauseigenen Weine gönnt.



Als Kletterer wird man in diesem Gebiet nur selten allein sein. Immer wieder trifft man auf Affen, die einem in den meist kurzen aber technisch raffinierten Routen ganz schön alt aussehen lassen. Die Griffe sind hin und wieder etwas „beschissen“ - im wahrsten Sinne des Wortes.



Rocklands

Sportklettern und Bouldern



Boulderern braucht man dieses Gebiet nicht mehr vorzustellen. Die Rocklands haben aufgrund ihrer erstklassigen Bouldermöglichkeiten den Ruf eines der besten Gebiete weltweit zu sein. Aber auch mit Seil und Gurt findet man weltklasse Klettermöglichkeiten im Überfluss. Die Rocklands zählen ebenfalls zu den Cederbergen und befinden sich im Norden des Gebirges.



Die ideale Zeit für die Rocklands ist der afrikanische Winter. Im afrikanischen Sommer (März/April) hat es bis zu 35°C. - viel zu heiß, um noch ordentlich klettern zu können.



Für die Rocklands brauch man seit 2014 ebenfalls eine Genehmigung, welche man zum Beispiel online auf der Website von Pakhuys unter diesem Link erhält. Aktuell pro Tag um 80 Rand, 1 Woche kostet 260 Rand.



Untergebracht waren wir auf dem Campingplatz de Pakhuys direkt in den Rocklands. Einkaufen und Essen gehen kann man im nahegelegenen Dorf Clanwilliam.



Fotos von Helmut Gargitter


Tags: Alpinklettern, Sportklettern, Bouldern, Kletterreise, Südafrika, Klettern, Safari

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