Monte Rosa Massiv (PD)

In 2 Tagen auf 6 Gipfel jenseits der 4.000-er Marke: Punta Giordani, Corno Nero, Ludwigshöhe, Parrotspitze, Balmenhorn und Vincentpyramide.

Wo findet sich eine eindrucksvolle Gletscherlandschaft mit Gipfeln über 4.000 Metern ohne allzu große Schwierigkeiten die sich für eine Tour mit AVS Mitgliedern eignet, um ihnen das Erlebnis und die Eindrücke einer Gletschertour bestmöglich zu vermitteln? Die Wahl fiel auf das Monte Rosa Massiv.


Ausgehend von der italienischen Seite des Berges, genauer gesagt von Staffal im Talschluss des Valle di Gressoney im Aostatal fuhren wir am Ersten Tag mit der Seilbahn bis zur Punta Indren auf 3200 mt. Hier montierten wir gleich hinter der Seilbahnstation unsere Steigeisen und nahmen die Punta Giordani ins Visier.


Immer ehern am rechten Rand des Ghiacciaio d´Indren stiegen wir in einigen steileren Aufschwüngen höher bis wir den 4.046 mt. hohen Gipfel erreichten. Er sollte uns als Akklimatisierungshilfe dienen und ist sicherlich einer der 4.000-er den, wenn man sich nicht zum Ziel gesetzt hat alle 4.000-er zu erklimmen, links liegen lassen würde.

Nach einer ausgiebigen Rast am Gipfel stiegen wir wieder entlang der Aufstiegsroute ab bis fast zur Höhe der Seilbahnstation (3.300 mt.). Hier führt der Weg im Aufstiegssinn links querend zu einem Felsriegel. Mit Drahtseilen versichert gelangt man auf die östlichsten Ausläufer des Lysgletschers. Kurz den Gletscher querend erreichten wir unseren Stützpunkt für die Nacht: Die Gnifetti Hütte auf 3.625 mt.


Ich war anfangs ziemlich skeptisch was uns hier wohl zum Abendessen erwarten würde. Die Hütte selbst wirkt irgendwie zusammengebaut auf den Felsvorsprung und bietet über 150 Bergsteigern Platz. Zudem sind italienische Hütten nicht gerade für höchste Standards berühmt. Umso überraschender war es dann, was uns hier aufgetischt wurde. Suppe und Nudel (beide wirklich sehr lecker) als Vorspeise ist noch normal, aber der Hauptgang (Kartoffelspalten und Gemüse mit feinstem Rindfleisch serviert auf einer heißen Steinplatte) sowie der Nachtisch (Haselnusshalbgefrorenes) waren vom Feinsten. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich auf kaum einer Hütte so gut gegessen habe.



Gut gestärkt reihten wir uns am nächsten Morgen ohne Eile in die lange Lichterkette die sich in Richtung Lisjoch bewegte ein und hatten lediglich geplant, so lange auf die einzelnen Gipfel zu steigen, bis wir nicht mehr können.



Als wir das Lisjoch erreichten, bogen wir rechts ab und nahmen als erstes mit dem Corno Nero (4.321 mt.) den schwierigsten aller Gipfel, die wir als mögliche Ziele ausgemacht hatten in Angriff. Den letzten steilen Aufschwung sicherten wir und seilten unsere Truppe nach einer kurzen Gipfelrast wieder über die kurze Flanke ab.


Nächster Halt: Ludwigshöhe (4.342 mt.). Im Vorbeigehen auf dem Weg zur Parrotspitze (4.434 mt.) überquerten wir diesen kleinen Schneehügel und stiegen anschließend ein paar Meter ab um als nächstes die Parrotspitze in Angriff zu nehmen.


Dieser Gipfel sah wieder etwas mehr wie ein eigenständiger Gipfel aus. Nichtsdestotrotz werden hier fast alle größeren Hügel als eigenständige Gipfel geführt. So sammelten wir einen 4.000-er nach dem anderen ohne große Anstrengung und Mühen. Hat man erstmal die Höhe des Lisjoch erreicht hat man die volle Auswahl.

Am Gipfel der Parrotspitze machen wir eine längere Mittagspause und genießen erstmal die Aussicht auf die anderen Gipfel des Monterosamassivs: Signalkuppe und Rifugio Margherita, etwas dahinter Zumstein und Dofourspitze mit Nordend im Hintergrund. Auf der anderen Seite der Liskamm und dahinter das Matterhorn, Dent Blanche, Obergabelhorn, Zinalrothorn und das Weisshorn. Sicherlich eines der schönsten Bergpanoramen in den Alpen.


Nachdem wir ausgiebig diese Aussichten genossen hatten, stiegen wir hinten wieder ab von der Parrotspitze und machten uns auf den Rückweg. War nahmen noch Balmenhorn (4.167 mt.) und die Vincentpyramide (4.215 mt.) mit, bevor wir zurückkehrten zur Gnifettihütte und dann vorbei am Rifugio Citta di Mantova bis zur Seilbahnstation an der Punta Indren.


Mit 6 Gipfeln jenseits der 4.000-er Marke, die ohne größere Schwierigkeiten und für die ganze Gruppe machbar waren, sicherlich ein ideales Ziel um allen ein super Gletschererlebnis zu bieten und die Faszination von Hochtouren näher zu bringen. Das Ganze noch garniert mit atemberaubenden Panoramen und viele Gipfelziele zum Träumen für anspruchsvollere Bergabenteuer.


GPX Daten:

Monte Rosa
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Tags: Hochtour, Gletschertour, Schweiz, Italien, Westalpen, Monte Rosa Massiv, Punta Giordani, Corno Nero, Ludwigshöhe, Parrotspitze, Balmenhorn, Vincentpyramide

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