Punta San Matteo - Nordostflanke (PD)

Aktualisiert: Feb 3


In der südlichen Ortlergruppe befindet sich ein Paradies für Frühjahrsskitouren. Doch dieses mal sind wir nicht mit Ski im Winter sondern für eine Gletschertour im Sommer im Fornokessel.


Unser Stützpunkt sollte die Brancahütte sein. Von Südtirol aus gibt es 2 Möglichkeiten: entweder von Norden über das Stilfser Joch oder über den Tonalepass von Süden. Beides ziemlich umständlich und weit zu fahren. Als wir endlich in Santa Caterina in das Valle dei Forni einbiegen und bis zum Talschluss (Rifugio Ghiacciaio die Forni) kommen um zu parken sind sogar schon die Italiener in Scharen unterwegs.


Am Parkplatz gibt es kaum mehr einen Platz (und der ist riesig), ein Parkwächter ordnet uns sogar einen Platz zu. Wie gewohnt ist alles etwas hektischer, lauter und chaotischer sobald italienisch gesprochen wird. Wir wissen aber, dass wir später auf dem Gletscher so gut wie alleine unterwegs sein werden und beobachten das bunte Treiben.


Viele gehen bis zur Brancahütte, die vom Parkplatz in kurzen Aufstieg erreicht werden kann und bekannt ist für ihre exzellente Küche. Wir haben am ersten Tag noch vor hinunter auf den Gletscher zu gehen und einige Gletscherbasics zu wiederholen und Spaltenbergungsübungen zu machen.





Am Abend in der Hütte erfahren wir dass außer uns nur eine Seilschaft geplant hat auf den Gipfel der Punta San Matteo zu gehen. Wir starten zeitig und legen den bereits bekannten Weg zum Gletscher zurück, seilen uns an und gehen den anfangs flachen Gletscher Richtung Süden. Hier fallen uns bereits riesige Unterschiede zwischen Karte und Realität auf. Der Gletscherschwund ist extrem. Ganze Felsinseln ragen aus dem Eis wo laut Karte nur Gletschereis sein sollte. Wir passen unsere Route den Begebenheiten an und müssen immer wieder ziemlich steile Eispassagen meistern.



Auf 3.300 mt. gilt es gar eine Flanke in 50° steilem Blankeis zu überwinden. Oben ist das Eis ebenfalls weg und es rutschen immer wieder kleinere Steine herunter. Der restliche Weg zum Gipfel ist dann nicht mehr schwierig.





Zwar eine tolle Tour in beeindruckender Gletscherlandschaft - aber einem extremen Wandel unterlegen und bei weitem nicht mehr so einfach wie in vielen (gar nicht alten) Führern beschrieben: Das beweist auch die Tatsache, dass die Tour für die andere Seilschaft zu heikel wurde und sie sich entschieden haben umzudrehen.


Tags: Hochtour, Italien, Ostalpen, südliche Ortlergruppe, Punta San Matteo

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