Skitourenrunde Ahrntal (40km - 3600Hm)

Aktualisiert: Jan 27

Die lange Runde: Kasern, Umbaltörl, Westl. Simonyspitze, Großer Geiger, Maurertörl, Birnlücke, Kasern

Hoch motiviert starten Flor und ich früh am Morgen von Kasern zu unserer bisher längsten Skitour: Über fast 40km wollten wir vom hintersten Ahrntal bis zum Großen Geiger und wieder zurück. In Summe rund 3600 Höhenmeter standen auf der Tagesordnung – an einem Tag.


Ausgeruht und Topfit ging es bereits früh am Morgen des 1. April los. Nach einigen Metern entlang der zugeschneiten Straße in Richtung Prastmannalm entdecken wir im Schein der Stirnlampe etwas: Flor bückt sich und hat 50 Euro in der Hand. Wir grinsen uns an, das Frühstück auf der Essener Rostocker Hütte sowie das Bier danach wären finanziert.








Wir versuchen einen guten Rhythmus und Kompromiss zwischen schnellem vorankommen und nicht zu hohem Kraftverbrauch zu finden. Über das Windtal geht es zunächst noch wenig ansteigend hinein bis zum Talende. Hier gehen wir nicht nach rechts Richtung Lenkjöchlhütte, sondern suchen uns gerade weiter einen Weg durch die großen Lawinenkegel hinauf zum hinteren Umbaltörl. Es wird immer heller und langsam freuen wir uns auf den Sonnenaufgang.





Am hinteren Umbaltörl fahren wir ein paar Meter ab und gelangen immer entlang des Hanges unterhalb des Roßhuf gen Osten querend auf den Gletscher des Althauskees. Auch die Dreiherrenspitze lassen wir links liegen und steuern direkt auf die Westliche Simonyspitze zu.

Am Gipfel wird nicht lange gefackelt, abgefellt und die zum Teil recht steile Abfahrt hinunter zur Essener Rostocker Hütte in Angriff genommen. Der Schnee ist noch hart gefroren, was im Angesicht unseres noch zu bewältigenden Restprogramms nur zu gut ist. An der Hütte gönnen wir uns etwas zum Trinken und ein Frühstück um wieder frische Kräfte zu tanken. Nächste Station: der große Geiger.


Durch das anfangs flache Tal, Stredacher Winkel genannt, kommen wir in einer guten Spur schnell vorwärts. In diesem Streckenabschnitt sind gewaltige Menschenmassen unterwegs, auf dem Gipfel tummeln sich bestimmt um die 30 Skitourengeher. Wir freuen uns bereits wieder auf den einsameren Teil unserer Runde und steuern auf das kleine Maurertörl zu: unser Übergang auf die Nordseite der Gebirgskette und damit unser nächster Abschnitt. Hinter dem kleinen Maurertörl gelangen wir auf die westlichsten Ausläufer des Obersulzbachkees. Es steht eine längere Abfahrt von 1100Hm vorbei an der Warnsdorfer Hütte bis hinunter ins Talende des Krimmler Achentals auf 2000mt. an. Die Beine sind bereits ordentlich müde, kein Wunder nach bereits über 3000 zurückgelegten Höhenmetern.



Aber die Tour ist noch nicht zu Ende. Noch einmal heißt es Auffellen und die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Es geht nochmal 600 Höhenmeter hinauf bis zur Birnlücke. Unser Tor zurück von der einsamen und menschenleeren Nordseite der Dreiherrenspitze, die in so krassem Kontrast zur überfüllten Südseite um die Rostocker Essener Hütte und den Großen Geiger steht. Eine Skitourenrunde wo man eindrucksvoll beide extreme erleben kann. Im Gedanken träumend von den Eindrücken dieser traumhaften Runde schleppen wir uns auch noch die letzten Meter hinauf zur Birnlücke und finden noch irgendwo ein paar Körner um die anstrengende Abfahrt in mittlerweile tiefen Sulz zurück nach Kasern zu bewältigen.



Eine Hammerrunde: über 2 Gipfel und zahlreiche Lücken und Törls geht es rundherum um die Dreiherrenspitze. Über große Strecken einsam und allein, dann wieder im Strom der Menschenmassen gilt es die Kraftreserven gut einzuteilen um am Ende wieder heil in Kasern anzukommen. Ein unvergessliches Erlebnis für jene, die genügend Strom in den Oberschenkeln zur Verfügung haben.



Tags: Skitour, Skidurchquerung, Skitourenrunde, Südtirol, Ahrntal, Teilstück, Hoch Tirol

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