Triglav - Slowenischer Weg (III+)



Die Nordwand des Triglav bietet mit seinen 1.500 Metern Wandhöhe eine der höchsten Wände der Ostalpen. Die leichteste und meistbegangene Route (der Slowenische Weg) führt im linken Wandbereich zwar nicht direkt auf den Gipfel und höchsten Punkt des Triglav Massivs, hat aber mit 800 Metern Wandhöhe und noch viel mehr Klettermetern eine beachtliche Höhe. Die Route verläuft meist durch festes Gestein, es gibt aber auch viele Passagen die den aufmerksamen Alpinisten fordern. Aufgrund ihrer Länge und Komplexität sollte man sich über den Schwierigkeitsgrad, der mit III+ angegeben ist nicht hinwegtäuschen lassen.




Wir sind bereits am Vorabend in den Triglav Nationalpark angereist und haben es uns im Vratatal gemütlich gemacht. Beim Parkplatz des Aljavez Dom startet der Pragerweg, diesem gilt es zunächst zu folgen. Bei einer Gedenktafel nach dem ersten Felsaufschwung führen gut sichtbare Pfadspuren durch Latschen zum Einstieg führen.





Die ersten Kamine der Route direkt am Beginn stellen klettertechnisch die Schlüsselstelle der Tour dar. Es handelt sich um typische Kaminkletterei die nur bedingt absicherbar ist, die Schwierigkeit erreicht jedoch nie den IV. Grad. Danach wird das Gelände gutmütiger und einfacher. Man folgt einer Rippe neben einer Schlucht.




Oben erreicht man große weiße Platten, die man links liegen lässt und an denen man rechts in genussvoller Kletterei in einer Art Schlucht vorbeiklettert.



Es folgt eine Graspassage mit einigen Bäumchen und einem 15 Meter hohen Absatz. Linkshaltend findet sich eine schöne und unschwierige Seillänge um zu den sogenannten Zlatorogbänder zu gelangen. Nun kommt man in eine große Schlucht, die bei uns komplett mit Firnschnee gefüllt ist. So kommen wir schnell und ohne Probleme durch diese sonst von großen Steinblöcken gefüllte Passage. Oben angekommen sind wir entlang einer Rippe zu einem Steinmännchen und einem ausgesetzten Band geklettert. Dem Band folgt man nach rechts und erreicht schließlich durch eine Ausstiegsverschneidung den Pfeilerkopf.



Jetzt geht es in leichtem Gelände entlang von Bändern nochmal nach rechts und über ein Geröllfeld erreicht man den Triglavski Dom. Über den Klettersteig des Normalwegs geht es noch weiter bis zum Gipfel.



Den Abstieg haben wir über den Pragerweg in Angriff genommen und nach einem mehr als ausgefüllten Tag unser Auto am Parkplatz wieder sicher erreicht. Zudem sind wir um die Erlebnisse einer zwar klettertechnisch nicht schwierigen aber grandiosen Tour in einer gigantischen Wand reicher.



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Triglav
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Tags: Alpinklettern, Slowenien, Triglav, Nordwand, Slowenischer Weg

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