Valscura - Sassongher



Eine der schönsten Rinnen in den Dolomiten ist sicherlich die Valscura am Sassongher. Und das aus mehreren Gründen: Zum einen verläuft sie in einer fast perfekt schnurgeraden Linie, sie hat die ideale Steilheit um noch richtig gut Skifahren zu können sowie einen Gipfel mit einer atemberaubenden Aussicht.




Bereits 2018 hatten Florian und ich diese Rinne zu einer richtig langen Skitour, mit mehreren Aufstiegen, Abfahrten und ordentlich Höhenmetern kombiniert. Diese Runde hatte mir damals schon so gut gefallen, dass für mich klar war: wenn Valscura, dann so. Jetzt, 2 Jahre später war es wieder so weit: Zusammen mit Claudia und Mike, die für ein paar Tage in den Dolomiten zu Gast waren um ein paar der vielen schönen Rinnen rund um Gröden zu befahren, planten wir die Valscura wieder zu diesem Gesamterlebnis zu verbinden. Leider war Mike an diesem Tag gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe und so standen Claudia und ich zu zweit am Parkplatz des Langentals und fellten unsere Skier auf.




Wir folgten dem zum Glück von Liften und sonstigen Infrastrukturen verschonten Langental immer flach bis zu dessen Ende. Nun ging es rechts immer steiler werdend hinauf in die Ciampeischarte. Im geschützten Talgrund bemerkten wir bereits die Wolken, die mit ordentlich Schwung über unseren Köpfen hinweg zogen und wussten: der Wind wird uns heute noch begleiten.



In der Scharte blieb Zeit für ein paar Fotos, bevor wir uns an die erste Abfahrt hinunter durch "L´Val" machten. Nach 200 Höhenmetern Abfahrt standen wir an den steilen Flanken wo der Sommerweg Nr. 7 verläuft und montierten unsere Steigeisen. Der Wind war zwar präsent, störte uns aber nicht wirklich. Vor allem, da wir am Gipfel ein windgeschütztes Plätzchen fanden um uns zu stärken, bevor es zum eigentlichen Highlight der Tour ging.



Zunächst fuhren wir vom Gipfel ein Stück entlang des Aufstiegsweges ab, bis wir an der Einfahrt in die Valscura standen. Jetzt folgten rund 600 Höhenmeter Dolomitenrinne vom feinsten. Inclusive kurzer Abseilstelle am Rinnenausgang. Der Schnee war fest und Griffig und die Abfahrt ein Genuss. Unten noch schnell abgeseilt verließen wir die Rinne und standen wieder in der Sonne.



Nun hieß es erneut auffellen und zurück zur Ciampeischarte zu steigen. Die Klappe ständig offen und konditionell sowieso topfit wurde es ein kurzweiliger Aufstieg und wir standen in der Scharte. Doch anstatt jetzt dort abzufahren, wo wir am Morgen aufgestiegen waren bogen wir links ab und gelangen auf die Crespeina Hochfläche. Vorbei am Sas Ciampac und dem Col Toronn peilten wir die Crespeinascharte an.




Noch ein letztes Mal anstrengend nach oben standen wir in der Scharte und wussten: Jetzt folgt die letzte Abfahrt durch das Val Chedul hinunter zum Parkplatz. Noch einmal konnte ich staunen, wie gut Claudia auf den Skiern steht und mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihre Schwünge durch den nicht gerade einfach zu fahrenden Schnee zog. So wird also am Arlberg Ski gefahren. ;)




Tags: Skitour, Südtirol, Dolomiten, Langental, Sassongher, Valscura, Forcella Ciampei, Forcella Crespeina, Val Chedul

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