Große Windschar - Nordostrinne



Die Große Windschar in der Rieserfernergruppe hat an ihrer Nordseite eine markante Rinne, die schnurgerade vom Gipfel hinab in das Lanebachtal führt. Ein lukratives Tourenziel für die aktuellen Verhältnisse. Meine Motivation ist hoch und so starte ich wie öfters in diesen Tagen bereits frühmorgens, um die Bedingungen und das schöne Wetter zu nutzen. Die Urlaubstage sind komplett durch meine Ausbildung aufgebraucht, deshalb steht auch heute wieder eine 8 Stunden Schicht im Anschluss an diese Tour auf dem Programm.



Was kann es jedoch schöneres geben, als solche Touren vor der Arbeit machen zu dürfen. Also stehe ich eigentlich viel zu früh für diese Tour - bei den aktuell nicht so warmen Temperaturen - auf dem Parkplatz am Eingang ins Mühlbachtal. Es ist 6 Uhr morgens. Im Dunkeln beginne ich den langen Aufstieg entlang des Forstweges vorbei am Mühlbacher Badile, der Oberbacher Alm, der Huberalm, der Unterwanger Alm und der Oberwanger Alm. Hier sehe ich bereits die Grubscharte, welche ich anvisieren muss.



Über einige steile Aufschwünge gelange ich im wärmenden Licht der ersten Sonnenstrahlen auf die Scharte. Es folg ein kurzes nicht besonders schwieriges Gratstück in Richtung Westen bis ich an der Gipfelflanke der Großen Windschar stehe. Der gesamte Gipfelbereich ist vom Wind steinhart gepresst und so lasse ich meine Ski gleich auf dem Rucksack und stapfe zu Fuß bis zum höchsten Punkt. Oben werde ich von einem kühler Wind empfangen, der mir um die Ohren pfeift, deshalb fällt der Gipfelaufenthalt nur kurz aus.



Ein prüfender Blick vom Gipfel hinunter in die Nordostrinne stimmt mich positiv. Der Schnee schaut nicht schlecht aus. Einzig die Einfahrt ist dermaßen eng, dass man nicht von einer Ein-"fahrt" reden kann. Ich stapfe die ersten knapp 30 Meter zu Fuß in die Rinne, bis sie breit genug ist um die Ski anzuschnallen. Pulvrig aufgebauter Schnee liegt an der Oberfläche und ich freue mich auf die Abfahrt.



Die ersten Kurven in der gut 40° steilen Rinne sind ein Genuss. Doch schnell merke ich, dass einige hintertückische und vom Wind hart gepresste Schollen an der Oberfläche liegen. Die erste, über die ich drüberfahren will rutscht ab und ich mit ihr. Erst nach einigen Metern komme ich wieder von dieser Scholle herunter und bin gewarnt. Mit etwas geschärfteren Sinnen wird die restliche Abfahrt in Angriff genommen und lässt sich genießen. Es ist nicht schwierig den ungünstigen Stellen auszuweichen und kurze Zeit später stehe ich im flachen und blicke zurück über die Rinne hoch bis zum Gipfel.



Nun steht mir ein Gegenanstieg zurück auf die Grubscharte bevor. Je näher ich der Scharte komme, desto steiler wird es und desto mehr habe ich mit dem griesigen Schnee zu kämpfen, der mir kaum halt bietet: weder auf der Fellfläche noch auf den Kanten. Irgendwann wird es mir zu bunt, die Ski kommen auf den Rücken und ich stapfe an einer windgepressten Stelle die letzten Meter hoch bis zur Scharte. Es folgt eine schöne Abfahrt über die inzwischen leicht aufgefirnten Südhänge hinunter bis zum Forstweg und über diesem aus dem Mühlbachtal hinaus zum Parkplatz.



GPX Daten:

Windschar
.gpx
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Tags: Skitour, Südtirol, Große Windschar, Nordostrinne

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