Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Klettern auf

SARDINIEN

Fotos: Brunner Andreas

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Mittelmeerinsel mit genialen Klettermöglichkeiten

Nicht zum ersten Mal war ich auf Sardinien. Bereits als Kind hatte ich öfters das Glück ein paar unbeschwerte Wochen dort im Urlaub zu verbringen und habe ausnahmslos gute Erinnerungen an die sardischen Landschaften und vor allem das kristallklare Meer. Jetzt, gut 20 Jahre später ist es wieder soweit und es geht nach Sardinien. Diesmal zum Klettern und zum angeblich schönsten und anspruchsvollsten Trekking Italiens: Den Selvaggio Blu.

Cala Gonone – Der Kletterhotspot in Sardinien

Einmal im Jahr gibt es einen Urlaub mit dem Kollegenkreis aus dem Dorf. Die Wahl fällt stets auf Gebiete, die für jeden etwas zu bieten haben. Es gibt nicht viele Orte wo sich alles so gut vereinen lässt wie auf Sardinien. Wir haben uns in Cala Gonone ein Appartment gemietet und uns für eine Woche dort eingenistet. Während die einen am Strand die Sonne und das Meer genießen, sind wir derweil nur wenige Meter vom Strand entfernt beim Klettern. Bei einer Erkundungstour in der Schlucht hinter der Cala Fuili entdecken wir eine Tropfsteinhöhle die wir uns genauer ansehen wollen. Mit Stirnlampen wagen wir uns in das Innere der großen Höhle bis wir an einer Abseilstelle nicht mehr weiterkommen.

Das Gebiet um Cala Gonone ist voll von Klettermöglichkeiten in allen Expositionen und immer mit bestem Fels ausgestattet. Auch im Norden der Stadt sind einige sehr interessante und schöne Kletterspots. Besonders in Erinnerung ist uns dabei die Route Zanahoria (6a+) geblieben, bei der man senkrecht eine ganze Seillänge durch eine Höhle nach oben klettert. Zudem liegt die Tour direkt am Meer, was will man mehr im Kletterurlaub.

Cala Luna und Cala Goloritze

Absolut empfehlenswert ist auch ein Besuch der Buchten südlich von Cala Gonone. Am besten man leiht sich direkt im Hafen von Cala Gonone ein Schlauchboot und erkundet die malerischen Buchten und Grotten. Highlights sind Traumstrände wie Cala Mariolu, Cala Biriala, Cala Sisine, Spiagga Achileddu und Plätze mit atemberaubend schönen Farbspielen im Kristallklaren Wasser wie an den Piscine di Venere oder der Grotte di Blu Marino. Ein Tagesausflug lohnt sich zudem zur Cala Luna wo man ebenfalls direkt am Meer klettern kann sowie als Highlight die berühmte Cala di Goloritze. Hier klettert man noch über eine der zahlreichen Routen (am einfachsten über die „Easy Gynnopedie“ – 6b) auf die Aguglia di Goloritze und genießt den Ausblick vom spitzen Gipfel dieser wagemutigen Felsnadel direkt hinunter auf die winzigen Punkte der Badegäste und das türkisblaue Meer.

Im Zuge dieses Bootsausfluges haben wir uns außerdem für die zweite Woche, bei der wir den Selvaggio Blu noch auf dem Plan hatten, an der Cala Goloritze ein Depot eingerichtet, um uns die teuren Versorgungsfahrten, die für Begeher des Trekkings angeboten werden, zu ersparen.

Hier geht’s zum separaten Bericht über den Selvaggio Blu.

Inselumrundung

Nach der Rückkehr vom Selvaggio Blu hatten wir noch einige Tage Zeit um den Rest der Insel zu erkunden. Wir beschlossen im Uhrzeigersinn um die Insel zu fahren und dabei an den schönsten Plätzen und Kletterspots einen Tag zu verbringen. Einige unserer Etappen waren das Klettergebiet Jurassic Park im Südosten der Insel. Außerdem haben wir noch einen Tag an der Punta Pecora geklettert. Beides sind Gebiete mit komplett anderen Fels als der Kalk rund um Cala Gonone. Hier klettert man in bestem Granit. Nachdem wir auch noch einen Abstecher ganz in den Norden der Insel zum Capo Testa gemacht hatten hieß es auch schon wieder ab auf die Fähre und zurück ans Italienische Festland.