Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Fotos: Gargitter Helmut

Brunner Andreas

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Eine Rundreise in Südafrika mit Abstechern zu den besten Felsen zum Klettern

Es gibt einen Ausdruck, der das Gefühl der Menschen beschreibt, die das erste Mal Afrika besucht haben und sich wieder nach diesem Kontinent sehnen: "mal d’Africa". Nach dieser Reise kennt vermutlich jeder aus unserer Gruppe dieses Gefühl und erzählt begeistert von den Erlebnissen in diesem facettenreichen Land. Mit diesem kleinen Bericht wollen wir unsere Eindrücke teilen, so dass jeder, der das liest, auch ein kleines bisschen "mal d’Africa" empfindet.

Unsere Reise begann am 13. Oktober und es wäre kein Abenteuer gewesen, wenn bereits am Beginn alles geklappt hätte. Unser Flug wurde wegen technischer Defekte gecancelt und unsere kleine Gruppe, bestehend aus 9 begeisterten Kletterern getrennt: 5 flogen über Frankfurt, die anderen 4 über Zürich nach Johannesburg. Dort angekommen und wiedervereint trafen wir Helli. Mit ihm gemeinsam machten wir uns auf zu unserem ersten Ziel: Waterval Boven.

Waterfall Boven – Klettern im Sandstein Südafrikas

Hier verbrachten wir 3 Tage komplett mit Sportklettern und gewöhnten uns recht schnell an den kompakten Sandstein, bei dem praktisch jeder Griff hält. Beeindruckt waren wir auch von der Landschaft. Das rotbraun des Steines, gemischt mit dem blau-grünen Farben des Wasserfalls und dem satten Grün der Bäume und Sträucher, die um den Wasserfall wucherten. In Erinnerung bleibt uns sicher ein sehr spektakulärer Zustieg zu einem der Klettergärten. Im Führer stand: "der schnellste Weg um zum Klettergarten zu gelangen verläuft direkt durch einen Eisenbahntunnel".Gefolgt vom Hinweis: "Wenn ein Zug kommt, einfach ganz dicht an die Tunnelwand drücken. Es ist zwar ziemlich erschreckend, wenn der Zug vorbeifährt, aber auf diese Weise absolut sicher."

 

Kruger Nationalpark – Safari zu den Big Five Afrikas

Um uns vom Klettern und dem Nervenkitzel zu erholen, war unser nächstes Reiseziel der Kruger Nationalpark. Eines der größten Wildschutzgebiete Afrikas. Hier leben unter anderem auch die sogenannten Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard) des Afrikanischen Kontinents. Bis auf den Leoparden haben wir auf unserer kleinen Safari auch alle gesehen. Dazu noch Giraffen, Nilpferde, Vögel und Affen. Überlegungen schnell mal aus dem Auto auszusteigen um aufs Klo zu gehen verwarfen wir recht schnell wieder, als wir merkten wie gut die Tiere in den Büschen getarnt sind. 
 

Groblersdal zu Gast bei Freunden

Weiter ging es nach Groblersdal in einer Gegend wohin sich normalerweise keine Touristen verirren. Dank der Kontakte und Freundschaften von Helli auf der ganzen Welt, konnten wir bei einer afrikanischen Familie im Garten unsere Zelte aufschlagen. Da unsere Gastgeber Lehrpersonen waren, hatten wir am nächsten Tag die Möglichkeit die örtliche Schule zu besuchen. Bei Gesang und Tanz traf südafrikanisches Feuer auf Südtiroler Bescheidenheit. 

Die Kinder dort waren nach anfänglicher Schüchternheit ganz wild darauf unzählige Fotos zu machen. Besonders beliebt waren unsere blonden Schönheiten. Wie man uns später erzählte, waren wir für die meisten der Kinder die ersten Weißen, die sie zu Gesicht bekommen hatten. Die Begeisterung, Lebhaftigkeit, die Wärme und die Aufgeschlossenheit dieser Kinder bleiben definitiv in Erinnerung. 

Ein weiterer Höhepunkt war gegen Abend ein Besuch bei einem traditionellen Heiler – Dr. Makitla. Vor seinem Haus wurde gesungen und getanzt. Später zeigte er uns sein Medizinzimmer, wo unzählige Behälter mit verschiedenen Pflanzen, Knochen und anderen "Medikamenten" standen, die er für seine Heilpraktiken benötigt. Er berichtete uns wie er selbst zum Heiler wurde, wie er seinen Beruf in der heutigen Zeit ausübt und dass ein großer Teil der Afrikanischen Bevölkerung die traditionellen Heiler den Krankenhäusern vorzieht.