Südtirolalpin

© by Andreas Brunner 2019

Klettern auf

TENERIFFA

Fotos: Delueg Peter

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Klettern auf Vulkangestein

Die Kanaren liegen vor der Nordwestküste Afrikas. Politisch gehören die 7 Inseln vulkanischen Ursprungs zu Spanien. Bekannt sind sie bei Pauschalurlaubern für ihre schwarzen und weißen Sandstrände und als Surferparadies. Aber auch das Klettern auf der größten der Inseln, auf Teneriffa, soll eine Reise wert sein. Wir entscheiden uns für eine Rundreise um die Insel um so viel wie möglich zu sehen. Mit dem Zelt im Kofferraum starten wir auf Erkundungstour.

Je gleimer desto feiner

Als zusätzlich zu Peter und mir noch ein Dritter unbedingt mitkommen will wird’s ganz schön kuschelig in unserem VW up!. Irgendwie schaffen wir es aber am Flughafen alles zu verstauen und starten unsere Runde im Süden der Insel. Erster Stop: Villa de Arico. Die tägliche Suche nach einem Schlafplatz beginnt. Da wild campen wie fast überall in Europa verboten ist und unter recht hohen Strafen steht sind wir vorsichtig. Aber von Tag zu Tag finden wir schönere Zeltplätze. Auch weil wir immer geschickter bei der Suche werden und bald von Vornherein wissen wo wir suchen müssen.

Klettern auf Teneriffa

Zum Klettern hat Teneriffa eine Menge zu bieten. Auf dem abwechslungsreichen Basaltgestein in allen möglichen Farben und Formen ist das Klettern ein wahrer Traum. Neben den vorwiegend bestens abgesicherten Sportkletterrouten finden sich auch viele Tradrouten. Diese lassen sich blendend mit Friends und Keilen absichern. Viele Risse aber auch Platten, Überhänge und Leistenlastige Routen gibt es auf der Insel in den rund 15 größeren Klettergebieten, die, obwohl sie alle relativ nahe beisammen liegen, absolut einzigartig sind und jede Menge Abwechslung bieten. Im Süden zählen die Gebiete rund um Arico zum Besten was Teneriffa zu bieten hat. Hier findet sich auch der Hotspot der Klettererszene. Auch El Rio und die kleine Schlucht El Hoyo sind absolut empfehlenswert. Im Norden der Insel waren wir in Vistamar an den malerischen Acentejo Klippen. Absolut nicht auslassen sollte man aber einen Besuch im Gebiet Canada del Capricho auf 2200mt. oben beim Vulkan „Pico del Teide“. Ein Nationalpark rund um den höchsten Berg Spaniens der eine einzigartige Mond ähnliche Gegend mit wunderschönen gelblich und ockerfarbigen Landschaften bietet und eines der atemberaubendsten Klettergebiete ist, die ich bisher besucht habe. Der Fels ist extrem rau und griffig, ein wahrer Genuss und dieser Form weltweit sicher einzigartig.

Die Landschaft

Es ist erstaunlich was Teneriffa im Verhältnis zu seiner Größe an unterschiedlichen Landschaften zu bieten hat. Der Süden ist relativ trocken und weist eine komplett andere Vegetation auf als der regenreichere Norden. In den Schluchten die sich vom alles dominierenden Teide herunterwinden bieten schier endlose Felsriegel zahllose Möglichkeiten für Kletterer. Im Frühjahr taucht die Mohnblüte die Landschaft in einen goldenen Farbton. Nahe der Hauptstadt Santa Cruz gibt es einen Sandstrand der neben den vielen schwarzen Stränden besonders auffällt: Die Playa las Teresitas. Der Strand wurde künstlich mit mehreren Tonnen Saharasand aufgefüllt. Nördlich finden sich wunderschöne urige Wälder im Anaga Gebirge. Beeindrucken ist auch die Schönste Schlucht Teneriffas: Masca ist an ihrer schmalsten Stelle gerade mal 30 Meter breit. Links und rechts schießen die Wände 600 Meter nach oben. Sie befindet sich im Nordwesten der Insel im Teno Gebirge.

Pico del Teide

Ein Highlight unserer Reise war eine Tour auf den Pico del Teide. Er ist mit stolzen 3718 mt. der höchste Berg Spaniens. Es gibt die Möglichkeit mit der Seilbahn bis 200 mt. unterhalb des Gipfels zu fahren. Allerdings ist für den Aufstieg zum Gipfel ein Permit erforderlich. Die Zahl dieser Genehmigungen ist jedoch stark limitiert. Frühes Ansuchen ist zwingend notwendig. Wir haben das erst viel zu spät mitbekommen und für den Zeitraum wo wir auf der Insel waren war bereits alles ausgebucht. Nach einiger Recherche fanden wir jedoch heraus, dass der Kontrollpunkt erst mit dem Öffnen der Seilbahn besetzt ist. Frühmorgens, bei -4°C, nahmen wir die 1700 hm zu Fuß in Angriff. Ein Aufstieg dem ich jedem sehr empfehlen kann. Die von weitem karg wirkende Landschaft ist aus der Nähe betrachtet absolut atemberaubend und es gibt entlang des Weges jede Menge zu entdecken. Allerdings erst beim Abstieg. Den Aufstieg erleben wir im Dunkeln damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein konnten. Um die Aussicht von so einem allein stehenden Berg zu beschreiben fehlen mir die passenden Worte. Man sieht die gesamte Insel, sowie die umliegenden Inseln Fuertaventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro.